Bei Ansprüchen aus EU-VO 261/2004 und aus Montreal kein gemeinsamer Gerichtsstand

  • Art. 7 Nr. 1, Art. 67 und Art. 71 Abs. 1 EuGVVO sowie Art. 33 MÜ sind dahin auszulegen, dass das Gericht eines Mitgliedstaats, bei dem eine Klage anhängig ist, mit der sowohl die Durchsetzung der in der EU-VO 261/2004 vorgesehenen Ansprüche als auch ergänzender Schadensersatz aus dem MÜ begehrt wird, seine Zuständigkeit für den ersten Antrag nach Art. 7 Nr. 1 EuGVVO und für den zweiten nach Art. 33 MÜ zu beurteilen hat.

  • Art. 33 Abs. 1 MÜ regelt nicht nur internationale, sondern auch örtliche Zuständigkeit.



URTEIL DES GERICHTSHOFS (Erste Kammer)


7. November 2019(*)


„Vorlage zur Vorabentscheidung – Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen – Gerichtliche Zuständigkeit, Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen – Verordnung (EU) Nr. 1215/2012 – Art. 7 Abs. 1 Buchst. a – Zuständiges Gericht für vertragliche Streitigkeiten – Gemeinsame Regelung für Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen – Verordnung (EG) Nr. 261/2004 – Art. 5, 7, 9 und 12 – Übereinkommen von Montreal – Zuständigkeit – Art. 19 und 33 – Klage auf Ausgleichszahlungen und Schadensersatz wegen Annullierung und Verspätung von Flügen“


In der Rechtssache C‑213/18


betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 267 AEUV, eingereicht vom Tribunale ordinario di Roma (Gericht von Rom, Italien) mit Entscheidung vom 26. Februar 2018, beim Gerichtshof eingegangen am 26. März 2018, in dem Verfahren


Adriano Guaitoli,


Concepción Casan Rodriguez,


Alessandro Celano Tomassoni,


Antonia Cirilli,


Lucia Cortini,


Mario Giuli,


Patrizia Padroni


gegen


easyJet Airline Co. Ltd


erlässt



DER GERICHTSHOF (Erste Kammer)


unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J.‑C. Bonichot sowie der Richter M. Safjan (Berichterstatter) und L. Bay Larsen,


Generalanwalt: H. Saugmandsgaard Øe,


Kanzler: A. Calot Escobar,


aufgrund des schriftlichen Verfahrens,


unter Berücksichtigung der Erklärungen


– der Herren Guaitoli, Celano Tomassoni und Giuli sowie von Frau C